Große Freude bei den Sölring Museen: Dem Freundeskreis Sölring Museen ist es gelungen, erneut ein bedeutendes Werk des deutschen Landschaftsmalers Eugen Bracht (1842–1921) zu erwerben. Nach der erfolgreichen Versteigerung wurde damit eine zweite Arbeit des Künstlers dem Museum als Dauerleihgabe übergeben. Die atmosphärische Ölstudie, die der Freilichtmaler Bracht im Sommer 1897 direkt vor Ort unter freiem Himmel schuf, trägt den Titel „Aufziehendes Wetter – Keitum“.
Die Faszination der Elemente: Licht, Wind und Wolken
Der Malerprofessor Eugen Bracht war bekannt für seine Liebe zu unberührten, menschenleeren Landschaften. In der Studie aus Keitum zeigt sich seine meisterhafte Fähigkeit, das Zusammenspiel von Licht und Schatten einzufangen: Dunkle, heranziehende Wolken dominieren die Komposition. Seine berühmten „Wolkenlandschaften“ gehören zu den eindrucksvollsten Kapiteln seines Gesamtschaffens.
Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Freundeskreis Sölring Museen, durch dessen Engagement dieses Stück Insel- und Kunstgeschichte für die Öffentlichkeit bewahrt werden konnte.
Noch mehr Freude
Ein weiteres Gemälde kam als Schenkung durch den Freundeskreis Sölring Museen in die Sammlung des Sylt Museums. 2027 feiert der Syltdamm sein einhundertjähriges Bestehen. Im Rahmen der Vorbereitungen des Sylt Museums für die Jubiläumsausstellung überraschte der Freundeskreis auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung unseren Museumsleiter Alexander Römer mit der Übergabe des Gemäldes „Dammbau nach Sylt“ von Alfred Paulmann (1884-1964).
Das Kunstwerk ist eine kleine Sensation, denn es ist eines der wenigen Gemälde, das den damaligen Dammbau selbst zum Motiv hat. Der aus Wuppertal stammende Künstler Paulmann war bei der offiziellen Ausschmückung des Festes zur Einweihung des Damms im Jahre 1927 beteiligt und schuf in diesem Zusammenhang auch dieses Bild, das in der für 2027 geplanten Sonderausstellung zum Dammbau Jubiläum im Sylt Museum zu sehen sein wird. Bereits 2015 übergab die Enkelin Annette Ortlieb ein Konvolut aus dem Nachlass ihres Großvaters Alfred Paulmann an das Sylt Museum.
Einen besonderen Höhepunkt hielt die Ausstellungseröffnung von „Sylt on Ice“ für Museumsleiter Alexander Römer bereit. Das in Keitum lebende Ehepaar Birge und Sven Paulsen schenkte dem Sylt Museum ein Gemälde aus dem aktuellen Sylt-Zyklus Christopher Lehmpfuhls. Das Werk zeigt eine Ansicht des Sylt Museums selbst und wird künftig die Sammlung des Hauses bereichern.
„Uns haben diese Bilder schon berührt, als wir sie zunächst nur als digitale Abbildung gesehen haben“, so Sven Paulsen. Seine Frau und er sammeln privat Kunst und verfolgen seit Jahren die Entwicklung des Sylt Museums mit großem Interesse. „Wir freuen uns darüber, wie sich das Museum unter dem Dach der Sölring Foriining entwickelt hat und mit anspruchsvollen Ausstellungen das kulturelle Leben der Insel bereichert.“
Der Erwerb des Gemäldes sei daher als Zeichen der Verbundenheit mit dem Museum und seiner Arbeit gedacht. Museumsleiter Alexander Römer zeigte sich dankbar: „Es war unser Wunsch, dieses Bild für die Sammlung zu gewinnen. Umso mehr freuen wir uns über die großzügige Unterstützung des Ehepaars Paulsen und danken herzlich für diese Schenkung.“
Auch die Stifter selbst sind von dem Werk begeistert. „Nachdem wir das Bild im Original gesehen haben, waren wir sofort überzeugt“, sagt Birge Paulsen. „Natürlich hätten wir es auch gerne bei uns zu Hause aufgehängt. Umso schöner ist der Gedanke, dass es nun dauerhaft im Sylt Museum zu sehen sein wird.“
Sonderausstellung ab 18. März Wolkenstudien und Küstenlandschaften
Freilichtmalerei der Düsseldorfer Malerschule des späten 19. Jahrhunderts auf Sylt
Sylt und seine im 19. Jahrhundert noch weitgehend urtümliche Naturlandschaft hatten auch die Maler der Düsseldorfer Malerschule, die in den Ateliers an der Kunstakademie studiert hatten, im Blick. Die aufkommende Bewegung der Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts erhielt durch Kunstschulen wie die einflussreiche Düsseldorfer Kunstakademie Auftrieb. Für die Kunstgeschichte der Insel Sylt spielt die Düsseldorfer Malerschule ab den 1870er-Jahren eine entscheidende Rolle.
Lange entschieden nicht nur die Akademien, wie und was gemalt werden durfte, auch die Malutensilien beeinflussten die Gewohnheiten der Malenden. Ein entscheidender Wendepunkt war neben der Öffnung der akademischen Lehre die Erfindung der Farbtube, die den Malern fortan einen bestimmenden Vorteil verschaffte. Fortan gelang es, die Studien und Beobachtungen in der Natur einfacher festzuhalten. Anders als zuvor mussten die Farben nicht mehr aufwendig angerührt werden und auch das Problem, dass die Farben schnell eintrockneten, löste sich mit dem Einsatz der Farbtube. Zugleich erweiterte sich auch die Palette der verfügbaren Farbtöne – auf den Markt kamen unterschiedliche Abstufungen einzelner Farbtöne.
Eine ganze Generation an Malern begann im 19. Jahrhundert, den Blick für einzelne Naturphänomene zu schärfen. Das Malen unter freiem Himmel folgte nun der realistischen Darstellung und löste die zuvor vorherrschenden klassisch-idealistischen Landschaftskompositionen ab, die im Atelier entstanden. Im Gegensatz zur Ateliermalerei stand nun die besonders detailreiche Naturwiedergabe im Vordergrund. Gleichzeitig erschloss das Medium der Freiluftstudie in diesen Jahrzehnten für die Maler einen eigenen Markt. Im Unterschied zu komponierten Ateliergemälden ermöglichte es die Freiluftmalerei, auch flüchtige Natur- und Wetterphänomene einzufangen. In der Wahl der Motive spielte Sylt eine besondere Rolle, denn das Meer und die Wolken verändern sich an der windigen Küste stetig und den Malern wurden ein sich immer wieder wandelndes Motiv sowie unterschiedlichste Licht- und Farbstimmungen geboten.
Diese unmittelbare Arbeitsweise in der Natur prägte nicht nur die Bildsprache, sondern beeinflusste auch das zeitgenössische Verständnis vom Künstler und seinem Verhältnis zum Bildgegenstand. Die essenzielle Bedeutung dieser Arbeitsweise für den künstlerischen Prozess führte schließlich um 1900 zur idealisierenden Vorstellung eines „frei“ malenden und somit der Natur verbundenen Künstlers.
Die Ausstellung „Wolkenstudien und Küstenlandschaften“ konzentriert sich auf die spätere Künstler-Generation der Düsseldorfer Malerschule, die sich hauptsächlich um Eugen Dücker (1841–1916) gruppierte, für den 1870 sieben Aufenthalte auf Sylt nachgewiesen sind. Der Ausstellung voraus ging ein Seminar von Prof. Dr. Martina Sitt am kunsthistorischen Institut der Universität Kassel, in dem sich Studierende mit ausgewählten Malern beschäftigten, die ihre Lehrjahre an der Düsseldorfer Akademie verbrachten und beeinflusst von der Lehre die Küstenlandschaften aufsuchten.
Begleitend zu unserer Sonderausstellung können Sie in diesem kurzweiligen Filmbeitrag einiges über den Brauch des Rummelpottlaufens erfahren. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 8. März 2026 im Sylt Museum zu sehen.
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Der Notfall kann schneller eintreten als gedacht. Feuer, Wasserrohrbruch oder andere Gefährdungen können in unseren Museen erheblichen Schaden anrichten. Um schnell zu handeln und die bedeutsamen Kulturgüter vor einer kompletten Zerstörung zu bewahren und für die Nachwelt zu erhalten bedarf es neben entsprechenden Vorkehrungen auch die institutionelle Unterstützung bei einer Lage.
Am 10. Dezember gründete sich daher im Schloss vor Husum ein weiterer Notfallverbund in Schleswig-Holstein – der Notfallverbund Westküste . Archive, Museen und kirchliche Einrichtungen aus der Region haben sich mit der feierlichen Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages langfristig zusammengeschlossen, um sich gegenseitig bei Notlagen uneigennützig zu unterstützen und damit die Notfallvorsorge zu intensivieren.
Neben der Sölring Foriining und den Sölring Museen wurde auch das Sylter Archiv der Gemeinde Sylt Mitglied des Notfallverbundes.
Im Notfallverbund legen wir fest, wie alle beteiligten Einrichtungen in der Region künftig kooperieren. Gemeinsam sollen Notfallpläne erarbeitet, Risikoanalysen erstellt werden und Notfallboxen mit den entsprechenden Utensilien angeschafft werden.
Wir haben die Sammlung vom Museum Sylt in DigiCult inventarisiert. Auf dem Museumsportal Museen SH können Sie in aller Ruhe durch unser digitales Archiv stöbern.
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