Ausstellungsankündigung Creatures

Sonderausstellung vom Samstag, 26. September 2026 bis 25. April 2027

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung Creature am Samstag, 26. September 2026, um 18:00 Uhr im Sylt Museum

David Batchelder, geboren 1939 in Titusville, Pennsylvania, ist Fotograf und Dozent an verschiedenen US-amerikanischen Hochschulen. Seine künstlerischen Arbeiten wurden bereits in den frühen 1960er- und 1970er-Jahren in bedeutenden Ausstellungen gezeigt und in renommierte Sammlungen aufgenommen. Seit den 1980er-Jahren widmet er sich konsequent einem Werk, das der Wahrnehmung des Verborgenen nachgeht.

»Ich benutze die Kamera nicht, um das deutlicher zu zeigen, was wir bereits kennen, sondern um das sichtbar zu machen, von dem wir keine Ahnung haben, dass es existiert – Landschaften, Wesen und Dinge, die noch nie gesehen wurden.«
David Batchelder

Die Aufnahmen zu dieser Ausstellung sind über einen Zeitraum von vielen Jahren an den Stränden der Isle of Palms im US-Bundesstaat South Carolina entstanden. An der Grenze zwischen Erkennbarem und der eigenen Fantasie bewegt sich die Ausstellung »Creatures«. Sie zeigt keine erfundenen Welten, sondern lädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und im Alltäglichen das Außergewöhnliche zu entdecken – an der Ostküste Amerikas ebenso wie im Tideland an den Stränden von Sylt.

Das Spiel mit »Pareidolie«: Unser Gehirn sucht unwillkürlich nach Bekanntem. In den abstrakten Mustern des feuchten Sands erkennen wir plötzlich Fabelwesen, feine Adern, prä- historische Kreaturen oder schwebende Silhouetten. Es gibt keine Anleitung, die uns vorgibt, wie wir diese unterschied- lichen Formen wahrzunehmen haben. Erst Aufmerksamkeit, Sehgewohnheiten und die visuelle Wahrnehmung führen dazu, dass wir unseren Blick weiten – und Freude daran finden, im Tideland verborgene Kreaturen zu entdecken. Batchelder appelliert mit seinen Arbeiten an die Kunst des genauen Hinschauens. Seine gewählten Ausschnitte zeigen eine verborgene Ästhetik, die die Fantasie anregt: Welche Form erkennen Sie als Betrachter?

Batchelder nutzt die Fotografie als Werkzeug der Transfor- mation: Durch extreme Nahaufnahmen oder den Blick aus der Drohnenperspektive löst er Oberflächenstrukturen aus ihrem ursprünglichen Kontext. Zugleich spielt er mit dem Licht. Die tiefstehende Sonne erzeugt lange, dramatische Schatten zwischen den minimalen Erhöhungen und Sen- kungen im feuchten Sand. Im Makrobereich verschwimmen die Maßstäbe: Eine wenige Zentimeter große Verspülung wirkt in der Nahsicht wie eine gigantische, zerklüftete Canyon-Landschaft oder wie eine eigenartige anthropomorphe Kontur.
Doch all dies unterliegt der Magie der Vergänglichkeit: Die von Batchelder gefundenen Bilder und Reliefs sind Kunst auf Zeit. Ein einziger Windstoß, die nächste Flut oder ein unbedachter Schritt, und die Gebilde lösen sich wieder auf. Das Ephemere – die flüchtige Natur des Augenblicks – ver- leiht jedem Foto und jedem Blick darauf eine seltene Kost- barkeit. Wir kennen dieses Phänomen von Wolkenbildern am Himmel: Wie am Strand lassen sich in ihnen flüchtige Spuren von Formen finden, die die Fantasie beflügeln. Es sind diese verborgenen und geheimnisvollen Welten, die das Projekt »Creatures« offenbart

Es sprechen

Maren Jessen Vorstand Sölring Foriining e.V.
Alexander Römer M.A. Museumsleiter
Stefanie Odenthal M.A. Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin

Ausstellungsflyer als pdf (2,1MB) runterladen

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