Nur noch wenige Tage ist die Ausstellung „Rummelpott und Maskenlauf in Norddeutschland“ im Sylt Museum zu sehen.

Immer am 31.12. treffen sich Sylter und Norddeutsche und ziehen verkleidet und bestückt mit Musikinstrumenten von Haus zu Haus. Mit dem traditionellen norddeutschen Heischebrauch (Bettelgang) wird der Jahreswechsel fröhlich gefeiert und zugleich sollen auch noch die Geister vertrieben werden. Als Dank erhalten die Kinder Süßigkeiten und ein par Groschen, die Erwachsenen einen Schnaps. Lustig und angeheitert werden sowohl ganz klassische Sprüche wie „Fruken mok de dör op“ oder „Rummel Rummel Ruttje“ aufgesagt. Gerne wird die Gelegenheit aber auch genutzt, nochmal die großen Themen aus dem Dorf in einem satirischen Kontext anzusprechen.
In der Ausstellung finden Sie neben einem Rummelpott aus dem 19. Jahrhundert zahlreiche Beispiele der Reden und Sprüche sowie Masken und Teufelsgeigen, die ebenso als Lärminstrument genutzt werden. Der Rummelpott ist ein irdenes Gefäß, das mit einer Schweinsblase bespannt wird, in der ein kleiner Binsenhalm steckt. Reibt man diesen, so erzeugt man einen Brummelgeräusch – das rummeln.

Der Maler und Graphiker Willem Grimm (1904-1986) beschäftigte sich seit den frühen 1930er Jahren mit dem Thema Maskerade. Das Verkleiden beim Rummelpottlaufen und Karneval hat ihn fasziniert und inspiriert.

Ein großer Schwerpunkt seines Gesamtwerks sind die Darstellungen zum Rummelpottlaufen, die er in den unterschiedlichen Techniken und Ausführungen hinterließ. Die Werke aus der eigenen Sammlung sowie aus dem Nachlass Grimms verdeutlichen zusätzlich diesen besonderen und ansprechenden norddeutsche Brauch.
Noch bis zum 8. März, Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 15 Uhr im Sylt Museum in Keitum.






