Aktuelle Sonderausstellung
Wolkenstudien und Küstenlandschaften
Freilichtmalerei der Düsseldorfer Malerschule des späten 19. Jahrhunderts auf Sylt
Sylt und seine im 19. Jahrhundert noch weitgehend urtümliche Naturlandschaft hatten auch die Maler der Düsseldorfer Malerschule, die in den Ateliers an der Kunstakademie studiert hatten, im Blick. Die aufkommende Bewegung der Freilichtmalerei des 19. Jahrhunderts erhielt durch Kunstschulen wie die einflussreiche Düsseldorfer Kunstakademie Auftrieb. Für die Kunstgeschichte der Insel Sylt spielt die Düsseldorfer Malerschule ab den 1870er-Jahren eine entscheidende Rolle.
Die in der Ausstellung gezeigten Werke der Düsseldorfer Künstler dokumentieren ihre Auseinandersetzung mit der Dynamik der Wetter- und Naturphänomene. Im Freien zu malen bedeutet, auf zeitlich begrenzte Wahrnehmungssituationen zu reagieren. Folglich präsentieren ihre Arbeiten die Natur nicht als statisches Motiv, sondern thematisieren die Fixierung eines Moments, einer Erfahrung oder eines Blicks.
Ziel der Ausstellung ist es, ein geschärftes Bewusstsein für die Wahrnehmung und den Wandel von Landschaft anzuregen. Ein wiederkehrendes Motiv in diesem Zusammenhang ist die körperliche Erfahrung von Landschaft. Die Reisen der Maler nach Sylt erfolgten nicht allein aus ästhetischem Interesse, sondern auch wegen der physischen Erfahrung von Weite, Wind und Licht sowie dem Übergang vom als beengt empfundenen Festland zur offenen Insel. Der Abwechslungsreichtum der weitgehend naturbelassenen Landschaft auf Sylt sowie ihre je nach Wetter und Tageszeit unterschiedliche Wirkung wurden als Faszinationsmomente benannt, die die Maler vermutlich zur Insel zogen.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit Studierenden der Universität Kassel unter der Leitung von Prof. Dr. Martina Sitt und dem Sylt Museum erarbeitet. Wir danken allen Leihgebern und Förderern für die Unterstützung des Kooperations- und Ausstellungsprojekts.
