Friesisch als unsichtbare Sprache. Zur Sprachenpolitik in Nordfriesland in den letzten 200 Jahren.

28. Juni–19:30 - 20:3010€
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Vortrag: Friesisch. Sprachenpolitik historisch und aktuell

Ein wichtiger Teil der Sylter Identität ist die Sylter Sprache: Sölring, einer von mehreren nordfriesischen Dialekten, die noch heute von vielen Nordfriesen gesprochen und deren Fortbestand mit großem Engagement gepflegt werden. Dennoch scheint Friesisch eine unsichtbare Sprache zu sein. Prof. Dr. Nils Langer, ausgewiesener Experte für die friesische Sprache und Literatur, wird sowohl über die Historie als auch die aktuelle Situation der friesischen Sprache referieren.

Aus den Mehrsprachenlandschaften Mitteleuropas sticht Nordfriesland durch das Nebeneinander von fünf Sprachen auf engstem Raum heraus, zumal es sich um einen ländlichen Raum handelt und diese Mehrspra-chigkeit seit mehreren Jahrhunderten besteht. Diese fünf Sprachen – das Niederdeutsche, Südjütische und Friesische als alteingesessene („autochthone“) Sprachen und das Reichsdänische und Hochdeutsche als erst recht spät eingeführte, ehemals externe (allochthone) Hochsprachen – werden jedoch recht unterschiedlich verwendet und haben unterschiedliche Wertigkeiten für die jeweiligen SprecherInnen und Sprachgemein-schaften.
Sprachenpolitik wird häufig als geplanter Maßnahmenkatalog verstanden, der den Gebrauch einer oder meh-rerer Sprachen beeinflussen soll. Dies kann zum einen die Unterdrückung, zum anderen aber auch die Förde-rung von großen und kleinen Sprachen bedeuten. Alphabetisierung und Schriftlichkeit findet dabei aus-schließlich – mit sehr wenigen, immer markierten Ausnahmen – in den Hochsprachen statt. Seit der Neu-verschriftung des Niederdeutschen seit ca. 1850 und den sprachpflegerischen Bemühungen um das Nordfrie-sische seit Anfang des 20. Jahrhunderts finden sich jedoch verstärkt Aktivitäten und Forderungen, die eine stärkere Berücksichtigung der minoritisierten und unterdrückten Sprachen in hochsprachlichen Domänen, also Kirche, Schule, Verwaltung, fordern. In diesem Vortrag soll aufgezeigt werden, welche sprachpolitischen Maßnahmen die Förderung des Nordfriesischen in den letzten 100+ Jahren zum Ziel hatten und welchen Er-folg diese erzielten. Hierbei wird vor allem auf den friesischen Schulunterricht als auffälligstem aktuellen sprachpolitischen Instrument fokussiert und der derzeitige Handlungsplan Sprachenpolitik der schleswig-holsteinischen Landesregierung einer kritischen Würdigung unterzogen. Ein besonderer Augenmerk gilt hierbei der Situation auf Sylt.

Vortrag von Prof. Dr. Nils Langer und Tineke Heck-Lemke, Flensburg und Sylt

Die Vorträge beginnen um 19:30 Uhr im Sylt Museum und kosten 10,- Euro (VVK/Abendkasse)
Mitglieder des Freundeskreis Sölring Museen und der Sölring Foriining erhalten freien Eintritt.
Tickets können Sie hier vorab buchen.
Es gelten die zum aktuellen Zeitpunkt erforderlichen Pandemie-Richtlinien.

Aus der Vortragsreihe des Freundeskreis Sölring Museen: Mehr zur Vortragsreihe im Vortragsflyer (download)
Der nächste Vortrag findet am 26. Juli statt: Von Weimar nach Sylt. Andreas Dirks und seine Weggefährten. Prof. Dr. Ulrich Schulte-Wülwer, Flensburg

Mehr zum Freundeskreis Sölring Museen oder unser Infoflyer (download)

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Details

Datum:
28. Juni
Zeit:
19:30 - 20:30
Eintritt:
10€
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
Webseite:
www.freundeskreis-soelringmuseen.de

Veranstalter

Freundeskreis Sölring Museen

Veranstaltungsort

Sylt Museum
Am Kliff 19
Sylt | Keitum, 25980 Deutschland
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